© Ben Creemers

Ernährungslandschaft​

Was wir essen, woher es kommt und wer es produziert: In der Landschaft sieht man das bei weitem nicht immer. Und das, obwohl Landwirte unsere Umgebung mitgestalten und uns täglich mit Lebensmitteln versorgen. Deshalb prüfen verschiedene Partner die Möglichkeit, im RivierPark Maasvallei eine „Lebensmittel-Landschaft“ zu entwickeln – eine attraktive, sichtbare Landschaft, in der Landwirtschaft erlebbar wird und in der sich Einwohner und Besucher wieder mit der Lebensmittelproduktion verbunden fühlen.

Man denke an Rastplätze zwischen den Feldern mit Informationen darüber, was dort wächst, einen Lehrpfad rund um das Thema Lebensmittel, Automaten mit regionalen Produkten oder einen gemütlichen Bauernmarkt. Die Idee stammt vom Boerenbond und der Vlaamse Landmaatschappij (VLM), die sich beide für das Projekt einsetzen. Die VLM wird in einer späteren Phase mithilfe des Instruments „Landgestaltung“ auch konkrete Anpassungen vor Ort vornehmen. Auch Agropolis, die Provinz Limburg und die Regionaal Landschap Kempen en Maasland (RLKM) beteiligen sich an dem Projekt.

 

Marktforschung deckt großes Potenzial auf

Großes Interesse bei Einwohnern und Besuchern, auch die Tourismusbranche sieht Chancen

Im vergangenen Sommer wurden 1.178 Einwohner und Besucher an belebten Orten an der Maas sowie im Rahmen von Online-Umfragen befragt. Nicht weniger als 80 % fühlen sich von regionalen Lebensmitteln angesprochen. Das größte Interesse gilt frischem Obst und Gemüse (82 %), Milchprodukten (66 %), Eiern (62 %), Bauernmärkten (62 %) und Rastplätzen mit Informationen zur Landwirtschaft (59 %). Die meisten Befragten sind bereit, dafür maximal eine halbe Stunde Anfahrt in Kauf zu nehmen, oft mit dem Fahrrad.  

Die für Tourismus zuständige Beigeordnete Laura Olaerts, zugleich Vorsitzende des RivierPark Maasvallei: „Unsere Untersuchung zeigt deutlich, dass das Interesse an lokalen Lebensmitteln groß ist, sowohl bei Einwohnern als auch bei Besuchern. Die Einwohner legen dabei vor allem Wert auf Qualität und gesunde Ernährung. Besucher lassen sich hingegen eher durch einen fairen Preis und authentische Geschichten überzeugen. Das zeigt, wie viel Potenzial es gibt, regionale Produkte noch stärker mit dem Erlebnis im Maastal zu verbinden.“ 

 

„Auch die Tourismusbranche sieht Potenzial. Von den mehr als 70 befragten Unternehmern fühlen sich 74 % von diesem Konzept angesprochen. Sie sehen vor allem Möglichkeiten darin, ihre Gäste an Aktivitäten weiterzuverweisen, im Marketing und in der Kommunikation sowie darin, selbst mehr regionale Produkte anzubieten. Rad- und Wandermöglichkeiten, regionale Produkte und Ruhe werden dabei als starke Trümpfe angesehen, um Besuchern den einzigartigen Charakter der Region näherzubringen.“ 

Akteure aus dem ländlichen Raum fordern Machbarkeitsstudien und Unterstützung

Die für Landwirtschaft zuständige Beigeordnete Inge Moors: „Im vergangenen Winter wurden schließlich über 30 aktive Landwirte befragt. Davon stehen 62 % dem Konzept positiv gegenüber. Das größte Interesse gilt leicht zugänglichen und praktisch umsetzbaren Initiativen, wie Rastplätzen zwischen den Feldern (88 %), einem Ernährungslehrpfad (66 %) und Höfen mit schöner Hofbegrünung (72 %). Dies erfordert eine einmalige Investition, da Zeit, Verwaltungsaufwand und wirtschaftliche Rentabilität für sie entscheidende Rahmenbedingungen sind. Intensivere Formen des Engagements wie Erntetage (13 %) und Bauernmärkte (22 %) finden weniger Unterstützung. Die Untersuchung macht auch deutlich, wo die Voraussetzungen liegen. Neben der finanziellen Machbarkeit und dem Zeitaufwand geben 83 % an, dass ihr Engagement vom konkreten Ertrag abhängt. Andererseits streben sie auch ein besseres Image und ein besseres Verhältnis zu ihrer Umgebung an und könnten Unterstützung bei Werbung und Kommunikation (38 %) sowie bei der Projektumsetzung (22 %) gebrauchen.“ 

Landwirt Thijs Rutten von Biej Bôkke in Kinrooi: „Viele Menschen wissen heute nicht mehr, woher ihre Lebensmittel stammen, was wann wächst oder zu welcher Jahreszeit bestimmte Produkte gehören. Genau deshalb ist es wichtig, die Landwirtschaft in der Landschaft wieder sichtbarer zu machen und sie den Menschen näherzubringen.“

Von der Akzeptanz zur gezielten Umsetzung 

Die Studie bestätigt, dass eine Lebensmittel-Landschaft im RivierPark Maasvallei vielversprechend ist, vorausgesetzt, das Modell bleibt für Landwirte praktikabel und ist gleichzeitig attraktiv für Anwohner, Besucher und touristische Partner. In einem abschließenden Workshop mit Landwirten wurde bestätigt, dass einfache Formen der Zusammenarbeit, Maßnahmen, die auf bestehenden Freizeitwegen aufbauen, sowie zusätzliche Kommunikation bevorzugt werden. Die Schlussfolgerung, die das Beratungsbüro Profacts den Initiatoren mit auf den Weg gab: Eine „Lebensmittel-Landschaft“ funktioniert am besten, wenn sie auf Sichtbarkeit, Zusammenarbeit, lokalen Absatz und Erlebnis setzt, ohne die Landwirte mit einem hohen zusätzlichen Organisationsaufwand zu belasten.  

Die Abgeordneten Moors und Olaerts fassen zusammen: „Diese Untersuchung bestätigt, dass im RivierPark Maasvallei eine breite Unterstützung dafür besteht, Landwirtschaft, Landschaft und lokale Produkte stärker miteinander zu verbinden. Der nächste Schritt besteht nun darin, Partner und Mittel für konkrete Umsetzungen an der Maas zu suchen. Durch den Fokus auf Zusammenarbeit und leicht zugängliche Initiativen können wir die Verbindung zwischen Landschaft, Erzeuger und Besucher stärken.“  

Die VLM berücksichtigt die Schlussfolgerungen bereits bei der konkreten Ausarbeitung ihrer „Landschaftsgestaltungspläne“ im Maastal und wirkt so an der Realisierung von Rastplätzen und einem Ernährungslehrpfad mit. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit RLKM, das darüber hinaus für Landwirte, die ihre Hofbegrünung neu gestalten möchten, kostenlos Pläne erstellt. Gemeinsam mit Agropolis und dem Bauernverband erarbeitet RLKM eine Strategie, um Landwirte bei ihrer Kommunikation zu unterstützen und gleichzeitig in den Routen und Projekten des RivierPark Maasvallei lokalen Lebensmitteln mehr Aufmerksamkeit zu widmen. 

 

Kennzahlen

Anwohner und Besucher befragt
0
Befragte aus der Tourismusbranche
0
Akteure aus dem ländlichen Raum befragt
0
Besucher und Anwohner
80 % der Anwohner und Besucher fühlen sich von dem Konzept angesprochen 80%
Tourismusbranche
74 % der Tourismusbranche stehen dem Konzept offen gegenüber 74%
Akteure im ländlichen Raum
62 % der Akteure im ländlichen Raum stehen dem Konzept positiv gegenüber 62%
Frisches Obst und Gemüse
82 % zeigen Interesse an frischem Obst und Gemüse 82%
Ertrag
83 % der Akteure im ländlichen Raum verbinden ihre Beteiligung mit konkreten Erträgen 83%

Pressekontakt

Für Interviews und Presseanfragen

Team RivierPark Maasvallei (RLKM)

Matthias Horions Medewerker landbouw & landschap matthias.horions@rlkm.be +32 (0)494 15 76 56
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